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Präsentation der Gesellschaft Paniscus

Was ist Paniscus?

Paniscus ist eine gemeinnützige französische Gesellschaft, die sich für die Erhaltung der Bonobos (Zwergschimpanse, Pan paniscus) und die Biodiversität ihrer Umwelt einsetzt. Hinter Paniscus verbirgt sich keine andere Organisation. Sie wurde auf Wunsch seiner beiden Begründer, Gaetan Duhamel (Biologie und aktueller Präsident der Gesellschaft) und Jean-Pascal Guery (Tierpfleger) eingerichtet. Ihre Aufmerksamkeit wurde hauptsächlich von der Besonderheit der Bonobos und dem geringen Umfang von Maßnahmen, die zu ihrem Schutz existieren, erregt.
Paniscus beabsichtigt nicht nur die Erhaltung der Bonobos sondern auch der anderen Flora und Fauna ihres Biotops, ohne die Bedeutung der Lebensqualität der lokalen Bevölkerung zu vernachlässigen.

Was sind Bonobos?

Wegen der Unzugänglichkeit des natürlichen Lebensraumes aber auch wegen der unstabilen Situation im Kongo, dem einzigen Land ihres Vorkommens, ist der Bonobo der letzte wissenschaftlich beschriebene Menschenaffe. Er ist etwa so groß wie ein Schimpanse, hat allerdings im Gegensatz zu letzterem ein schwarzes Gesicht, rosarote Lippen und eine durchdringende Stimme. Bonobos leben im primären (= nicht von Menschenhand berührten) tropischen Regenwald am westlichen Ufer des Kongo in Höhe des Äquators der Demokratischen Republik Kongo. Für kurze Distanzen bewegen sie sich geschickt in den Bäumen. Für eine schnelle Fortbewegung (z.B. bei Gefahr) oder für größere Entfernungen bevorzugen sie den Waldboden und laufen auf ihren Fingergelenken. Manchmal gehen sie auf zwei Beinen um Früchte oder Nüsse zu tragen. Bonobos leben in großen Gemeinschaften (bis zu 200 Individuen), die sich tagsüber in Kleingruppen zur Futtersuche aufteilen. Diese Untergruppen variieren ständig in Zahl und Zusammensetzung. Dieses System nennt sich „fusion-fission“. Jeden Abend rufen sie durch den Wald und versammeln sich zum Bau ihrer Schlafnester in den Bäumen. Wie bei Schimpansen bleiben die Männchen lebenslang in Ihren Geburtsgruppen, während die Weibchen im Alter der sexuellen Reife zu nahen Bonobogemeinschaften migrieren. Allerdings ist ihr Gruppenleben bedeutend weniger aggressiv als bei Schimpansen. Die (nicht verwandten!) Weibchen halten eine feste Bindung aufrecht und unterbinden damit Angriffe von Männchen. Bonobos haben oft sexuellen Kontakt in fast allen möglichen Positionen. Sie nutzen Sex als Methode die sozialen Bindungen zu bestärken und Spannungen zu beruhigen.

Was sind die Ziele?

1. 1 Aufklärung der Menschen :

Bonobos und andere Fauna der Demokratischen Republik Kongo sind nicht sehr bekannt in Frankreich und anderen Ländern. Wir möchten deshalb die Menschen über die Existenz und Besonderheiten der Bonobos informieren. Weiterhin möchten wir auf die Bedrohung ihres Überlebens (durch Abholzung des Regenwaldes und Buschfleischhandel) in ihrem einzigartigen Biotop, dem tropischen Regenwald des Kongo, aufmerksam machen.
Diese Aufklärung beinhaltet zum Beispiel einen Eingriff im Bereich der schulischen Ausbildung, Präsentationen bei Kolloquien, unsere Website, ein Bulletin der Gesellschaft, das regelmäßig an die Mitglieder gerichtet wird sowie das briefliche Austauschprogramm EchAss (siehe unten).

2. 2 Finanzierung von Studien vor Ort :

Einige Forscher haben bereits die Tier- und Pflanzenarten im Kongo studiert. Unglücklicherweise hat der Bürgerkrieg dem oft ein Ende gesetzt. Die ökologische Situation hat sich auch als Ergebnis des Krieges verändert: Die Bevölkerung ist verarmt und die Dorfbewohner sowie das Militär sind in den Regenwald eingedrungen um sich zu ernähren oder zu verstecken. Wir wissen wenig über die Bonobos und die Tiere, die mit ihnen das Terrain teilen. Heute wissen wir nur eines sicher: die Situation ist schlimmer als noch vor dem Krieg. Wie viele Bonobos bleiben noch übrig? Wie reagieren sie auf die Veränderungen ihrer Umwelt? In welchem Ausmaß ist ihr Wald geschädigt? All diese Informationen sind nötig um die Bonobos und die Artenvielfalt ihres Habitats effektiv zu schützen. Paniscus sammelt Gelder um Studien vor Ort zur Datenerhebung in diesem einzigartigen Biotop zu starten.

3. 3 Entwicklungshilfe für die einheimische Bevölkerung :

Wir können von der einheimischen Bevölkerung nicht erwarten, nicht mehr zu jagen oder den Regenwald nicht mehr abzuholzen, wenn ihre ökonomische Situation miserabel ist. Paniscus ist daher überzeugt, dass Entwicklungshilfe und Erhaltung perfekt zusammenpassen. Diese Hilfe besteht aus mehreren Aspekten :

3.1. Entwicklung eines fairen Handels :

Die Industrieländer der nördlichen Hemisphäre brauchen Produkte, die nur in den südlichen Entwicklungsländern hergestellt werden (z.B. Kaffee, Kakao, Bananen). Diese Erzeugnisse werden auch im Kongo angebaut. Mit fairem Handel erhalten die lokalen Bauern einen fairen Preis für ihre Güter.

3.2. Entwicklung von nachhaltiger Jagd :

Die traditionelle Jagd zum eigenen Verbrauch hat ein Recht weiter zu existieren. Oft ist es die einzige Quelle tierischen Eiweiß für die einheimische Bevölkerung. Sie jagen ihrer Tradition entsprechend nur selten Bonobos, in manchen Regionen werden Bonobos sogar als Vorfahren betrachtet. Unser Ziel ist es, die Achtung vor den Bonobos wieder herzustellen. Häufig ist dieser Respekt infolge der Massenmigration der Einheimischen während der Jahre des Krieges verlorengegangen.
Für andere Arten kann die Jagd nicht vollständig verboten werden. Wir legen es auf eine nachhaltige Jagd ohne Gebrauch von umweltschädlichen Mitteln an, damit die Populationen langzeitig bestehen können. Natürlich kann diese Form des nachhaltigen Jagens nur bestehen, wenn überhaupt kein Wildern existiert. Zu allererst müssen so viele Daten wie möglich über die Anzahl der verschiedenen Arten und andere ökologische Kenngrößen gesammelt werden. Anschließend kann ein Plan im Dialog mit Jägern erstellt werden, Jagderlaubnis und -quote inbegriffen. Wilderer kennen oft am besten die Tiere, die sie jagen, denn ihr eigenes Leben hängt davon ab. Indem ihnen ein alternativer Job gegeben wird, bei dem sie dieses Wissen nutzen können, werden sie entmutigt ihre illegale Arbeit fortzuführen.

3.3. Entwicklung von alternativem Wachstum :

Fisch und Fleisch sind die einzigen Quellen von essentiellen Proteinen in der Ernährung der einheimischen Bevölkerung. Jagd und Fischfang sind daher Tradition. Paniscus wählt deshalb die Form des nachhaltigen Jagens. Um den Jagddruck und den Buschfleischhandel zu vermindern wollen wir alternative Ernährungsmöglichkeiten schaffen. Futtertiere mit hoher Ausbeute, die traditionsgemäß nicht in der einheimischen Landwirtschaft gezüchtet werden, wären eine Lösung. Das ECOFAC-Programm (www.ecofac.org) hat schon einige Aufzuchten mit Nagern gestartet. Auch Fischzucht ist eine Möglichkeit, wie es im Lédékipark im Gabun praktiziert wird.

4. Programm EchAss : brieflicher Austausch und technisch-schulische Assistenz :

Dieses Projekt versucht die französische Öffentlichkeit auf die Bonobos und die Bedrohung ihres Überlebens aufmerksam zu machen. Weiterhin wollen wir den kongolesischen Schülern mit diesem Projekt technische Unterstützung bieten. Zunächst will Paniscus ein Programm zum Briefwechsel zwischen französischen und kongolesischen Schülern schaffen. Dieser Austausch kann den Naturschutz zum Thema haben. Die Kongolesen werden aufgefordert den Franzosen von den Problemen des Wilderns und Abholzens, das das Überleben der Bonobos und anderer Tiere des Regenwaldes gefährdet, zu berichten. Die Lehrer, die daran teilnehmen wollen, erhalten eine Broschüre mit Informationen über Entwaldung in ihrem Land und alle darin beheimateten Tiere als Unterstützung, natürlich mit besonderer Berücksichtigung der Bonobos.

Bei diesem Austausch werden die französischen Schüler über die Zerstörung ihrer Umwelt, der sie täglich gegenüber stehen, informiert. Sie erhalten ebenfalls Informationen über die kongolesische Biodiversität und werden ermutigt, über die Artenvielfalt in Europa und Frankreich nachzudenken (z.B. der Bär und der Geier in den Pyrenäen, der Wolf in den Alpen,…).
Auch die kongolesischen Schüler sind Zielgruppe. Ihnen wird die Initiative für dieses Projekt zugedacht. In der Lage der „Erzieher“ zu sein ist unserer Meinung nach psychologisch nützlich für sie. Wir sollten nicht vergessen, dass die afrikanischen Länder eine aufgezwungene Erziehung in der Zeit der westlichen Kolonialisierung ertragen haben. In den Regionen der Länder Kongo und Angola wurden die meisten Männer, Frauen und Kinder zum Sklavenhandel in der Neuen Welt gefangen genommen.
Durch diesen Austausch hoffen wir, dass die kongolesischen Schüler wertschätzen, den französischen Schülern zu erklären, was sie über die Tiere in ihrer Umgebung gelernt haben und wie sie die ökologische Situation verbessern können. Auf diese Weise können sich die Schüler beider Länder gegenseitig überzeugen, die Umwelt zu schützen.

Zusammenfassend sind die Ziele dieses Austausches :

  • beiderseitigen Respekt für die verschiedenen Kulturen zu schaffen
  • über den Naturschutz aufzuklären
  • die Aufmerksamkeit auf das Ökosystem und die Artenvielfalt zu lenken
  • verschiedene exotische Pflanzen- und Tierarten zu entdecken

5. Anlage eines Naturreservats :

Das äußerste Ziel von Paniscus bleibt die Schaffung eines Naturreservats oder eines Nationalparks im Verbreitungsgebiet der Bonobos. Auf diesem Weg kann ein Teil dieser einzigartigen Umgebung mit ihrer reichen Artenvielfalt geschützt werden. Der Kahuzi-Biega Nationalpark im Ostteil des Landes existiert schon seit längerer Zeit, besonders zum Schutz des Westlichen Flachlandgorillas (Gorilla beringei graueri) in dieser Region. Er ist der Beweis, dass, wenn nötig, der nationale und internationale Wunsch Antriebskraft für den Schutz des natürlichen Erbes ist. Die Errichtung eines solchen Parks weiter westlich im Land, zwischen dem Kongo und dem Kasai, ist also definitiv möglich.
Im Jahr 1990 schlug der World Wildlife Fund International ein Projekt vor, den Lomako-Wald (3800 km²) als Naturreservat zu deklarieren. 2006 wurde dieses Reservat geschaffen. Erst einmal angelegt kann ein Naturreservat Arbeitsplätze schaffen. Das Gebiet muss ständig bewacht werden um alle Form von Zerstörung zu verhindern: Entwaldung und Wildern. Hüterposten müssen eingerichtet werden. Um stärker von der einheimischen Bevölkerung respektiert zu werden muss das Naturreservat soweit wie möglich vor Ausbeutung geschützt werden.
Das Reservat muss eine neue Quelle für Einnahmen werden. Ökotourismus ist eine Alternative das natürliche Erbe auf einem guten Weg zu nutzen. Jobs sind nötig für die touristische Infrastruktur: Führer, Fahrer, Hotelpersonal,… Ein gutes Beispiel sind die kritisch bedrohten Berggorillas in Ruanda. Für Touristen werden bezahlte Besuche organisiert und dadurch die Gorillas geschützt. Das Income dieses Ökotourismus im Vulkan-Nationalpark stellt die drittstärkste Quelle des Einkommens des Landes dar. Wir hoffen, dass wir den Bonobos helfen können ein lebendes Kulturgut für das Land und seine Einwohner zu werden. Wir sind überzeugt, dass das der Weg ist, den die Demokratische Republik Kongo schon eingeschlagen hat.

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